Nerf Rhino Fire Dartblaster-Tuning: „Der größte Fön der Welt“

Nerf Rhino Fire Dartblaster-Tuning: „Der größte Fön der Welt“

Elektrische Schwungrad-Dartblaster (oder „Flywheel“-Blaster) wie die neue Nerf Rhino Fire sind durch die Erhöhung der Betriebsspannung ziemlich leicht zu tunen. Wie ihr die Rhino Fire auf Touren bringt, und warum der „leichte Weg“ nicht nur bei der Macht, sondern auch beim Dartblaster-Modding schnell endet, erfahrt ihr im Testbericht des neuen Flaggschiffs von Nerf.

Ausstattung: Große Nerf-Kiste, große Kinderaugen

Nerf Rhinofire Dreibein 25 Schuss Magazin Tripod Clip

Das Dreibein und eines der beiden 25 Schuss-Clips

Während normale Nerf-Verpackungen eher so klein gehalten sind wie möglich, protzt die Verpackung der N-Strike Elite Rhino Fire mit einer Größe, die mit der Größe ihrer Hauptzielgruppe (der 8-12 Jahre alten Jungs) konkurrieren könnte: Der Karton soll Eindruck machen. Der Inhalt des Kartons ist dann zwar ernüchternd (viel leere Luft), aber das neue Flaggschiff von Nerf ist immer noch eindrucksvoll. Dazu liegen dem großen zweiläufigen Blaster zwei 25 Schuss-Trommelmagazine sowie ein Dreibein bei. Insbesondere die Magazine trösten über den hohen Anschaffungspreis hinweg.

 Handling: Die Rhino Fire mag’s bequem

Das Design der Rhino Fire ist vor allem auf den stationären Einsatz ausgelegt. Es ließe sich zwar ein Gurt anbringen, das Dreibein einklappen und

Nerf Rhino Fire Trigger Abzug

Der Abzug der Rhinofire ist ein Daumentaster, der Doppelgriff ist stationär sehr komfortabel.

der Blaster am  kleinen Henkel vorne halten, diese Variante ist aber eher unpraktisch – das Dreibein lässt sich nur schwer fixieren und der vordere Henkel dürfte selbst für Kinder zu klein sein. Und was im stationären Einsatz noch sehr bequem ist – der Abzug der mit beiden Daumen betätigt werden soll sowie der Zwillings-Griff – fühlt sich in Bewegung einfach merkwürdig an.

In Action: Vollautomatisches Pew-Pew

Nerf Rhinofire Läufe Barrels

Aus diesen hohlen Gassen… äh, Läufen müssen sie kommen, die Darts. Stylisch: Die Läufe bewegen sich vor und zurück.

Hat man es sich aber hinter der Rhinofire bequem gemacht freut man sich, die Umgebung mit einem Regen aus Schaumstoff zu überziehen, während man zusieht, wie die pulsierenden Läufen ihre Arbeit verrichten. Dieser Spaß hält dank der zwei 25 Schuss-Trommeln auch recht lange an (wie immer wird der Spaß dann aber vom anschließenden Wiedereinsammeln getrübt). Stichwort Regen: Auffällig ist die recht hohe Streuung in meinem Test-Exemplar, aber ein Blaster dieser Kategorie muss nicht genau sein – „Die Rhino Fire ist ein Breitschwert, kein Skalpell“, um das obligatorische Nerd-Filmzitat einzubauen.

Die Darts, die die Rhino Fire geradeaus verschießt, erreichen Reichweiten von maximal 20m. Von der auf der Verpackung versprochenen XD-Technologie, die Reichweiten bis zu 27m ermöglichen soll, ist bei der Rhino Fire nichts zu spüren. Die Schussfrequenz ist mit knapp 3 Darts pro Sekunde mit der Kadenz der Rapidstrike vergleichbar.

Tuning-Potential: Mehr Saft=mehr Power!

Nerf Rhinofire Tuning Modding LiPo Akkus

Einfachste Möglichkeit, der Rhino Fire Beine zu machen: Vier LiIon-Akkus und zwei Dummys, die mit AA auf D-Zellen-Adaptern in das Batteriefach eingesetzt werden.

Wem die Standard-Reichweiten nicht ausreichen, erhöht die Betriebsspannung des Blasters. Das große D-Zellen-Fach bietet Moddern mit Elektro-Grundkenntnissen genügend Platz für zwei 6er-Batteriehalter für AA-Zellen, womit sich die Spannung von 9V auf 16V verdoppeln lässt. Einfacher geht es mit Lithium-Ionen Akkus, die eine maximale Spannung von 4,2V bieten. Spezielle Tuning-Kits enthalten neben den nötigen Akkus auch D auf AA-Adapter. Blasterparts haben für fast alle elektrisch betriebenen BlasterSets zusammengestellt, die Alles, was man braucht, beinhaltet. Wichtig bei der Anschaffung von Tuning-Akkus: Es wird ein spezielles Ladegerät benötigt, das LiIon-Akkus laden kann.

Eine wichtige Anschaffung für den Blaster-Fan, der LiIon-Akkus verwendet ist neben dem Ladegerät ein Multimeter oder ein sonstiges Spannungsmessgerät. Denn da geeignete Akkus keinen Schutz vor Tiefenentladung bieten, muss regelmäßig die Spannung der Akkus überprüft werden. Tiefenentladene Akkus bergen potentielle Unfall-Risiken sowohl beim Laden als auch bei der Verwendung.

„Natürliche“ Modding-Grenzen

Auf 15V röhrt die Rhinofire wie ein Hirsch in der Brunft (nur lang anhaltender). Interessanterweise steigt Schussreichweite und -Frequenz nicht im gleichen Maße an wie die Geräuschbelastung. Ein halbautomatischer Blaster wie die Rayven erreicht mit einer gleichen Betriebsspannung Reichweiten von bis zu 30m, der Reichweitenzuwachs bei der Rhino Fire beträgt dagegen nur ca. 4m. Die Schussfrequenz allerdings steigt von knapp 3 auf knapp 5 Darts/Sekunde.

Wer mehr rausholen will, muss die komplette Elektrik in der Rhino Fire ersetzen, was Blaster-Fans mit einfachen Lötkenntnissen nur mit Anleitung tun sollten – zu kompliziert ist das Innere. Wer aber schon dabei ist, kann sich überlegen, den Motor zu entlasten, indem er die Bewegungsfunktion der Läufe entfernt. Die Führung der Darts beim Laden zu verbessern verringert sowohl Ladehemmungsrisiko (das bei manchen Blastern ausgeprägt ist) als auch die Streuung, da die Munition zentrierter in die Läufe geschoben wird.

Die Rhino Fire im Video-Test

Auf Youtube habe ich für euch wie gewohnt die Rhino Fire ebenfalls unter die Lupe genommen. Im Video könnt ihr euch das Handling in Aktion anschauen und die Reichweiten vor und nach dem Tuning begutachten.

Fazit: Surrende Höllenmaschine für Leute für’s Grobe

Nerf Rhinofire komplett

Die Technik der Rhino Fire ist Geschmackssache: Manchen Hardcore-Nerf-Fans könnte missfallen, dass es sich (wieder einmal) nur um einen Schwungradblaster (Flywheelblaster) handelt, statt um einen vollautomatischen Federdruckblaster wie die Stampede oder Swarmfire. Statt den coolen Sound dieser Dartblaster genießen zu können, muss man sich beim Schießen der Rhino Fire mit dem konstanten Summen der Schwungrad-Motoren abfinden. Allerdings haben die neuen Schwungrad-Blaster eine weit höhere Reichweite und Schussfrequenz als die hoch gelobte Stampede, die erst nach einer Modding-Kur Spaß macht.

  • Design: 9/10 – Brachiale Optik wie es sich für ein solches Gerät gehört. Die pulsierenden Läufe sind ein Hingucker.
  • Handling: 8/10 – Sehr bequem im stationären Betrieb, aber unpraktisch in Bewegung. Das war bei der Vulcan (Havok Fire) besser. 
  • Technik/Leistung: 7/10 – Definitiv in Ordnung, aber da sich der Blaster mit der beworbenen XD-Reichweite messen muss (die nicht erreicht werden), gibt es hier Abzüge.
  • Gesamt: 8/10 – Ideal für Leute, die in der Küche lieber Schnitzel erschlagen statt mit Balsamico Muster auf Teller zu träufeln. Ein brachialer Klopper, bei dem alle Gegner die Köpfe einziehen, um dem Dartregen zu entgehen. Wer beweglicher sein möchte, sollte sich alternativ die Rapidstrike und die Demolisher anschauen.
Folgt Chris

Chris Cross

Chris Cross bloggt regelmäßig Neuigkeiten aus der Dartblaster-Welt: "Das Hobby ist so vielfältig, dass man versuchen muss, allen Interessensgruppen gerecht zu werden". Egal ob Modder, Zocker, LARPer, jung oder alt - Chris versucht News zu machen, die jeden Fan interessieren. Dazu gehören auch Englische Artikel und Videos, immer wenn es etwas gibt, dass auch für die internationale Szene interessant ist.
Folgt Chris
 
Comments

Die Erhöhung der Spannung für die Flywheel Motoren ist kein Allheilmittel. Leistung setzt sich zusammen aus Spannung und Stromstärke (Ampere)! Habt ihr mal gemessen wieviel Ampere die Motoren und die restliche Elektronik ziehen bei 16V ?

Mit höherer Spannung steigt der Strombedarf meiner Erfahrung mit Flywheel Motoren nach auch stark. Und Trustfires liefern maximal 2 Ampere. Die erreiche ich am Labornetzteil schon bei 6V in einer Stryfe !

Und wenn ich den Artikel richtig gelesen habe seid ihr in genau diese Falle getappt. Mit einer hohen Spannung erreicht man nämlich sehr hohe „free run“ Drehzahlen. Solange sich der Motor nämlich frei drehen kann ist der Strombedarf „niedrig“ (0.5-1.0 Ampere) und erst wenn Kraft aufgewendet werden muss schießt der Strombedarf wieder in die Höhe.

Hoher Strombedarf also beim Anlaufen und beim Abfeuern, hohe Spannung führt nur zu schnellerem Leerlauf.
Die Stromstärke sorgt praktisch für das Drehmoment eures Blasters !

Wenn die Batterien nicht in der Lage sind genug Strom für die Motoren zu liefern hat das übrigens den Effekt, dass die Spannung abfällt. Wer sich also nicht an das Messen von Ampere traut kann ja mal die Spannung an den Motoren messen beim Anlaufen und beim Schießen. Dann erklärt sich auch wieso die Schussleistung trotz Tuning so mager ist.

Anstatt die Trustfires in Reihe zu schalten bekommt man vermutlich bessere Ergebnisse wenn man je zwei Trustfires parallel schaltet. Oder ihr benutzt Eneloop-Akkus, die liefern bei 4 Ampere immer noch mehr als 1.1V pro Batterie. Mit 6-8 Eneloop Batterien habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor allem sind die billiger, unkomplizierter und einfacher zu handhaben.

Ja, nun mal ganz langsam mit den jungen Pferden. Die Entladestöme bei Trustfires reichen sicherleich nicht an Modellbauakkus heran, aber für den Betrieb von Nerf-Stock-Motoren sind sie vollkommen ausreichend. Es kommt zwar zu einem Spannungseinbruch beim Anlaufen der Motoren, aber wenn der Blockadestrom der Motoren überwunden ist, reicht die Stromstärke vollkommen aus, um die Motoren auf Drehzahl zu halten. Der Spannungseinbruch ist < 1 Sekunde und ergibt sich nur aus dem Blockadestrom des Motors.
Die geringe Steigerung der Reichweite wird m.E.n. eher durch irgendwelche elektronischen Sicherungen im Blaster verursacht als durch zu geringe Entladeströme der Trustfire-Akkus.

„Die geringe Steigerung der Reichweite wird m.E.n. eher durch irgendwelche elektronischen Sicherungen im Blaster verursacht als durch zu geringe Entladeströme der Trustfire-Akkus.“

Das glaube ich auch. Mit dem gleichen Setup erreicht man in einer Stryfe oder Rayven weit mehr Leistungssteigerung. Wodan hat aber sicher auch recht und hat das Ganze auch bei Blasted.de schon gut beschrieben, besser als ich es als Elektro-Laie je beschreiben könnte. Deshalb wollte ich mit dem Artikel auch andeuten, dass irgendwann „Ende der Fahnenstange“ ist. Im Normalfall erhöhe ich auf 12V, ohne dass ich was intern verändere. Auf 16V betreibe ich bisher nur eine Stryfe mit Slotcar-Motoren und eine Elite-Rayven, bei der ich aber intern nichts verändert habe (die trotzdem weit besser schießt als die Rhinofire).

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